Ende Juni fuhren wir mit dem Landrath zur Kieler Woche. Ein neuer Liegeplatz am Sartorikai bescherte uns zwar viele neue, nette Nachbarn, aber leider auch in der ersten Nacht ungebetenen Besuch an Bord. Wir konnten mit streckenweise starken Winden an allen Tagen segeln, hatten Menschen von anderen Schiffen der Stiftung Hamburg Maritim zur Ausbildung und auch wieder sehr nette Gäste an Bord.
Anfang August ging es dann wieder über die Ostsee. Bei der Überführung nach Warnemünde konnte mit Stopps in Fehmarn und Nystedt sehr viel gesegelt werden. Die Haikutterregatta in Nystedt wurde durch Starkwind etwas durcheinandergewürfelt, so dass am Ende die Haikutter der dänischen Freunde schon weggefahren waren, wir aber sehr nett von der kleinen Dorfgemeinschaft Nystedt aufgenommen wurden. Der Abschlussabend wurde mit den Veranstaltern, dem Bürgermeister und sehr viel dänischer Hyggemusik unvergesslich – ein tolles Zeugnis gelebter Europäischer Gastfreundschaft.
In Warnemünde liegen wir seit Jahren im schicken Yachthafen Hohe Düne und sind zur Hanse Sail dort ein willkommener, folkloristischer Farbtupfer im Meer der reinweißen Yachten, die dort ihren Heimathafen haben. Mit Klaus Eylmann, einem Finkenwerder Jungen, der in München lebt, hatten wir eine kurze Gästefahrt für seinen Matrosenchor München vereinbart. Die Herren sind trotz gesetzteren Alters noch sehr stimmgewaltig und so konnten wir von der Warnow aus die Schaulustigen am Ufer in Warnemünde mit Seemannsliedern von unserem Schiff beglücken.
Nystedt Hafen und Abendstimmung im Yachthafen Hohe Düne / Warnemünde

Zur Sail Bremerhaven
Dann ging es nach Kiel, wo unsere umsichtige Reiseplanung uns ein weiteres Highlight bescherte. Vor Laboe konnten wir den Start der ersten Etappe des Volvo Ocean Races vom Wasser aus bestaunen. Durch den Nordostseekanal, über Brunsbüttel und Cuxhaven ging es dann weiter nach Bremerhaven, begleitet von vielen Schiffen, die schon an den Ostsee Veranstaltungen teilgenommen hatten und sich auch auf den Weg nach Bremerhaven machten. So hatten wir auf dem Weg über die Nordergründe und die Alte Weser einige Segelschiffe in Sicht.
In Bremerhaven nahmen wir an der Einlaufparade teil. Die Gorch Fock hatte auf der Einlaufparade diverse Staatsgäste und es war uns gelungen, bei der Passage der Bark, die allerbesten Grüße aus dem Heimatort des Namensgebers per Funk zu übermitteln.
Die Nachfrage an unseren Gästefahrten war sehr groß und wir konnten 7 Fahrten in 4 Tagen anbieten. Unser Liegeplatz im Fischereihafen brachte leider oft sehr lange Warte- und Schleusenzeiten mit sich. Dafür bekamen wir den Sail Trubel nicht im vollen Umfang zu spüren.
aus der Schleuse vom Fischereihafen BremerhavenAuf der Heimfahrt hatten wir einen weiteren Gänsehaut-Moment. Vor sommerlichen, fast karibischen Stränden der Hamburger Insel Scharhörn, wurden wir von wohl einem der schönsten Schiffe überholt, das jemals auf Finkenwerder gebaut wurde. Die Cap San Diego (1961/1962 bei der Deutschen Werft gebaut) war ebenfalls auf dem Weg von Bremerhaven nach Hamburg und zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein.

Bericht und Fotos Thees Fock.

